Strafanzeige
البلاغ für die Anzeige, die jeder erstatten kann, الشكوى für den Strafantrag des Verletzten in den Antragsdelikten, الإخبار für den Ausdruck der jordanischen Kodifikation. Im Zweifel entscheidet, ob die Verfolgung von der Erklärung des Verletzten abhängt.
Deutsch trennt Strafanzeige und Strafantrag, und das arabische Verfahrensrecht zieht dieselbe Grenze mit anderen Wörtern. Den البلاغ erstattet jedermann, und die jordanische Kodifikation macht die Anzeige für Amtsträger wie für Bürger zur Pflicht. Die الشكوى dagegen steht nur dem المجني عليه zu, sie muss sich gegen eine bestimmte Person richten, und in den Antragsdelikten darf die Staatsanwaltschaft ohne sie nicht verfolgen. Das ägyptische Recht setzt dafür eine Frist von drei Monaten ab Kenntnis, und die Rücknahme kann in bestimmten Fällen das Verfahren beenden. Wer Strafanzeige übersetzt, entscheidet damit, ob die Verfolgung vom Willen des Verletzten abhängt.
البلاغ kann jeder erstatten, die الشكوى steht allein dem Verletzten zu.
Die الشكوى muss sich gegen eine bestimmte Person richten, ein Antrag gegen Unbekannt genügt nicht.
Die Antragsdelikte heißen الجرائم التي تتوقف على شكوى, ohne den Antrag ruht die Verfolgung.
Der Verzicht auf die الشكوى heißt التنازل und beendet das Verfahren nur dort, wo das Gesetz es anordnet.
Polizeidienststellen nehmen entgegen, was der Anzeigende bringt, und ordnen es nach seinem Namen ein. Steht شكوى über einer Anzeige, die ein Zeuge erstattet hat, sucht die Behörde den Verletzten und findet ihn nicht, und in einem Antragsdelikt fehlt dann die Verfolgungsvoraussetzung. Eine Schilderung des Vorfalls verträgt beide Wörter, ein Schriftstück, das ein Verfahren in Gang setzt, verträgt sie nicht.
Eine Strafanzeige wird maschinell zu شكوى, weil das Wort im Alltag jede Beschwerde bezeichnet. Damit erhebt der Text einen Strafantrag, den nur der Verletzte stellen kann, und in einem Antragsdelikt hängt die ganze Verfolgung an dieser Erklärung. Umgekehrt verliert eine echte شكوى ihren Rang, wenn sie als بلاغ erscheint, und die Frist von drei Monaten läuft ins Leere. Zwischen beiden liegt die Frage, wer das Verfahren in der Hand hält, und kein deutscher Satz sagt sie ausdrücklich.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.