Überweisung
Die Überweisung zum Facharzt ist der courrier d'adressage, das Verb dazu adresser. Die Banküberweisung heißt virement, und einen Überweisungsschein kennt Frankreich nicht.
Das deutsche Formularwesen endet an der Grenze: einen Überweisungsschein gibt es in Frankreich nicht. Der médecin traitant schreibt einen courrier, mit dem der Patient im parcours de soins zum Facharzt geht, das Verb dazu ist adresser. Wer den Schein wörtlich sucht, findet nichts; wer virement schreibt, schickt Geld statt Patienten. Die Banküberweisung und die Facharztüberweisung teilen im Französischen keinen einzigen Buchstaben.
„Ich brauche eine Überweisung zum Kardiologen“ heißt il me faut un courrier pour le cardiologue, kein virement.
der Überweisungsschein hat kein Gegenstück, der Brief des médecin traitant genügt im parcours de soins.
„überweisen“ ist beim Patienten adresser, beim Geld virer.
Sprechzimmer und Bankschalter trennen Welten: der Patient bittet um einen courrier, die Miete geht per virement. Im Gespräch mit dem médecin traitant genügt meist schlicht die Bitte um un courrier pour le spécialiste.
Geld zuerst: für die Automatik ist „Überweisung“ ein virement, auch in der Patienteninfo. Der Kranke soll dann eine Banküberweisung zum Facharzt mitbringen, und das französische Gegenstück im parcours de soins, der courrier des médecin traitant, taucht nie auf.
Der Begriffsraum erklärt Fachsprache, keine medizinische Beratung oder Diagnose. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Fachpersonal; bei medizinischen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.