Vertrag
Nimm „契約“, wenn eine rechtlich bindende Vereinbarung gemeint ist. „契約書“ ist die Vertragsurkunde, nicht der Vertrag selbst. „合意“ ist die Einigung, kann aber rechtlich weicher oder allgemeiner sein.
Im Deutschen kann „Vertrag“ sowohl das Rechtsverhältnis als auch umgangssprachlich das Dokument meinen. Japanisch trennt sauberer zwischen 契約 als rechtlicher Vereinbarung und 契約書 als Schriftstück. Wer bei „Vertrag“ automatisch 契約書 schreibt, macht aus dem Rechtsverhältnis ein Dokument. Umgekehrt ist 契約 zu abstrakt, wenn es konkret um die unterzeichnete Urkunde geht.
„Einen Vertrag abschließen“ heißt 契約を締結する, nicht 契約を閉める.
„Vertrag unterschreiben“ ist 契約書に署名する oder 契約書にサインする; das bezieht sich auf das Dokument.
合意 kann bei rechtlicher Verbindlichkeit zu weich sein, wenn eigentlich ein vollwertiger Vertrag gemeint ist.
約束 ist ein Versprechen im Alltagsjapanisch und keine gute juristische Standardübersetzung für Vertrag.
Vertragsklauseln, AGB, Beschlüsse und rechtliche Schreiben: hier entscheidet die Wahl zwischen 契約 und 契約書, ob die Pflicht selbst oder nur das Dokument gemeint ist. In interner Kommunikation ist die Unschärfe oft harmlos; sobald Rechte und Pflichten entstehen, muss 契約 stehen.
Automatisch wird „Vertrag“ leicht zu 契約書, sobald im deutschen Satz von unterschreiben oder Dokument die Rede ist. Dann wird aus dem Rechtsverhältnis nur die Urkunde, und eine Pflicht kann im japanischen Text enger wirken, als sie gemeint ist.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.