Schaden
Nimm „ziyan“, wenn ein Schaden, Verlust oder Nachteil gemeint ist. „Zirar“ ist ebenfalls verständlich und oft in der Paarform „zirar û ziyan“ stark; „xesar“ kann eher Beschädigung oder Verlust klingen.
Deutsch verwendet „Schaden“ für körperliche, materielle und finanzielle Nachteile. Kurmanji kann mit ziyan breit arbeiten, muss aber bei juristischen Texten oft genauer werden: Geht es um Sachschaden, Vermögensschaden, Personenschaden oder immateriellen Schaden? Die Paarform zirar û ziyan ist hilfreich, wenn der Ersatzgedanke sichtbar sein soll.
Ziyan nicht mit „Schade!“ im emotionalen Sinn verwechseln.
Zirar kann als Lehnwort trocken und fachlich wirken, ist aber nicht automatisch besser als ziyan.
Bei Schadenersatz braucht es meist tezmînat oder dayîna ziyanê.
„Schaden verursachen“ nicht zu abstrakt lassen; ziyan lê kirin oder bû sedema ziyanê passt je nach Satz.
Ein Unfallbericht, eine Klage, eine Abrechnung: ziyan muss als ersatzfähiger Nachteil verstanden werden. Bloßes Ärgernis oder allgemeiner Verlust reicht nicht, wenn Schadenersatz geprüft wird.
Automatisch wird „Schaden“ gern als allgemeiner Nachteil übersetzt. Dann fehlt beim ziyan, dass er berechnet, ersetzt oder als Grundlage eines Anspruchs verwendet wird.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.