Arbeitszeugnis

job reference
Substantiv · Juristisch

job reference für das Zeugnis, auf das nach Paragraph 109 der Gewerbeordnung ein gesetzlicher Anspruch besteht. Zeugnis heißt hier nicht certificate und schon gar nicht testimony. Im Zweifel entscheidet, ob das gesetzlich geschuldete Arbeitszeugnis gemeint ist.

Wann welche Übersetzung
job reference – das schriftliche Zeugnis des Arbeitgebers über Tätigkeit, Leistung und Führung, geschuldet nach Paragraph 109 der Gewerbeordnung, in der Praxis auch employment reference.
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Warum

Das Arbeitszeugnis ist ein Anspruch, kein Gefallen: Der Arbeitgeber schuldet es bei Beendigung, es muss wahr und zugleich wohlwollend sein, und die elektronische Form ist ausgeschlossen. Aus dem Spannungsverhältnis von Wahrheit und Wohlwollen ist eine gerichtlich verfestigte Zeugnissprache entstanden, in der Kritik als Lob erscheint und Formeln wie stets zu unserer vollsten Zufriedenheit eine Note bezeichnen. Das englische reference letter ist dagegen freiwillig und schlicht, in den Vereinigten Staaten oft auf Beschäftigungsdaten beschränkt. Wer das Zeugnis wörtlich überträgt, transportiert das Lob, aber nicht die Note dahinter.

Typische Fehler

Zeugnis heißt hier nicht certificate, das bezeichnet eine Bescheinigung über eine Tatsache, und schon gar nicht testimony, die Zeugenaussage.

Ein Letter of recommendation ist eine andere Gattung, freiwillig und an einen bestimmten Empfänger gerichtet, das Arbeitszeugnis ist geschuldet und allgemein gehalten.

Die Zeugnissprache verschlüsselt Bewertungen, eine wörtliche Übersetzung überträgt die Wörter, nicht die Note.

Einfaches und qualifiziertes Zeugnis unterscheiden sich erheblich, nur das qualifizierte bewertet Leistung und Führung.

Beispiele
ein Arbeitszeugnis ausstellen to issue a job reference
qualifiziertes Arbeitszeugnis qualified job reference
einfaches Arbeitszeugnis simple job reference
Zwischenzeugnis interim reference
Anspruch auf ein Zeugnis entitlement to a reference
Zeugnisberichtigung correction of the reference
Worauf es ankommt

Bewirbt sich jemand mit einem deutschen Zeugnis im Ausland, liest die Personalabteilung dort ein Empfehlungsschreiben von auffälliger Wärme. Steht certificate, sucht sie zusätzlich nach dem eigentlichen Referenzschreiben. Für den eigenen Ordner belanglos; in einer Bewerbungsmappe entscheidet die Einordnung darüber, ob das Dokument überhaupt gewürdigt wird.

Was die Maschine übersieht

Arbeitszeugnis trifft eine Maschine mit certificate oder testimonial, weil Zeugnis im Deutschen mehrere Gattungen trägt. Schwerer wiegt aber, dass auch eine korrekte Wortwahl die verschlüsselte Bewertung nicht überträgt: Die Formeln lesen sich im Englischen als aufrichtiges Lob. Der Leser erfährt damit das Gegenteil dessen, was ein deutscher Personaler herausliest.

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.