Vermächtnis
legacy oder bequest für die Einzelzuwendung durch Verfügung von Todes wegen, ohne dass der Empfänger Erbe wird. Inheritance meint den ganzen Anfall, nicht den Einzelanspruch. Im Zweifel entscheidet, ob nur ein Gegenstand oder Betrag zufließt oder die Erbenstellung.
Ein Vermächtnis nach Paragraph 1939 BGB zeichnet einen einzelnen Gegenstand oder Geldbetrag aus dem Nachlass aus, ohne den Bedachten in die Rechtsstellung des Erben zu erheben; der Vermächtnisnehmer hat einen schuldrechtlichen Anspruch gegen den Erben oder die Erbengemeinschaft. Legacy und bequest tragen diesen Einzelcharakter im Englischen mit, während inheritance den vollen Anfall meint und den Empfänger sprachlich zum Erben macht. Der Unterschied ist keine Feinheit: Der Vermächtnisnehmer ist nicht Teil der Erbengemeinschaft, haftet nicht für Nachlassverbindlichkeiten und muss seinen Gegenstand vom Erben herausverlangen. Übersetzt inheritance das Vermächtnis, hebt es den Empfänger in eine Stellung, die das deutsche Recht ihm gerade nicht gibt.
Der Vermächtnisnehmer ist legatee oder beneficiary of a legacy, nicht heir; er teilt weder Haftung noch Miteigentum am Nachlass.
Bequest gehört im amerikanischen Sprachgebrauch traditionell zu beweglichen Sachen, devise zu Grundstücken; in modernen Testamenten läuft die Trennung oft nicht mehr.
Heritage übersetzt Vermächtnis nur im übertragenen, kulturellen Sinn, im Erbrechtstext ist es unbrauchbar.
Das Vorausvermächtnis, bei dem ein Erbe zusätzlich einen Gegenstand vorab bekommt, heißt preferential legacy, nicht advance inheritance.
Zeichnet ein Testament einer Person nur ein Gemälde oder einen Geldbetrag zu, während andere die Erben werden, ist die Wortwahl der Angelpunkt der Rechtsstellung. Legacy hält den Empfänger sauber außerhalb der Erbengemeinschaft; steht dort inheritance, gerät er in die Haftung für Nachlassverbindlichkeiten, die ihn nichts angeht. Erst wenn der Text die Trennung zwischen Erbe und Vermächtnisnehmer ausdrücklich braucht, wird die Wahl kritisch.
Weil Vermächtnis im deutschen Alltag synonym mit Erbe verwendet wird, gleitet ein automatischer Übersetzer schnell zu inheritance und übersieht, dass Paragraph 1939 BGB gerade das Gegenteil einer Erbenstellung meint. Die Zuordnung flippt vom Einzelanspruch zur Vollrechtsnachfolge, und ein Anspruch gegen den Erben liest sich, als sei der Vermächtnisnehmer selbst der Erbe. In einer beiläufigen Widmung geht das durch; in einer Auseinandersetzungsklage stimmt weder Kläger noch Beklagter.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.