Anspruch

droit (à)
Substantiv · Juristisch

der materielle Anspruch auf eine Leistung ist ein droit à; die Geldforderung des Gläubigers heißt créance, der im Prozess erhobene Anspruch prétention.

droit (à)
der materielle Anspruch auf eine Leistung (droit à réparation, droit au paiement)
créance
die Forderung aus Gläubigersicht, vor allem auf Geld (recouvrement de créances)
prétention
der im Verfahren geltend gemachte Anspruch (les prétentions des parties)
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Warum

Das Französische zerlegt den deutschen Anspruch nach Blickwinkel und Verfahrensstand. droit à bezeichnet die materielle Berechtigung (droit à réparation, droit au paiement), créance dieselbe Position aus Sicht des Gläubigers als Forderung, prétention den Anspruch, sobald er vor Gericht erhoben wird. Wo Paragraf 194 BGB ein einziges Wort setzt, verlangt das Französische die Wahl nach Blickwinkel und Verfahrensstand. Zwischen Mahnschreiben und Klageschrift wandert der Anspruch so durch drei Wörter.

Typische Fehler

„Anspruch auf Schadensersatz“ ist droit à réparation oder droit à des dommages-intérêts, außerhalb des Prozesses nicht „prétention“.

„Ansprüche geltend machen“ ist vor Gericht faire valoir ses prétentions, außergerichtlich faire valoir ses droits.

„die Forderung abtreten“ ist céder la créance, nicht „céder le droit“.

Beispiele
Anspruch auf Schadensersatz le droit à réparation
einen Anspruch geltend machen faire valoir un droit
die Forderung abtreten céder la créance
die Ansprüche der Parteien les prétentions des parties
der Anspruch ist verjährt la créance est prescrite
einen Anspruch anerkennen reconnaître une créance
Worauf es ankommt

Wandert der Anspruch zwischen Mahnschreiben und Klageschrift, heißt er mal droit à, mal créance, mal prétention; steht créance, wo die Berechtigung gemeint ist, verschiebt sich der Blick zur reinen Geldforderung. Für „darauf hat er keinen Anspruch“ reicht il n'y a pas droit.

Was die Maschine übersieht

„Anspruch“ wird automatisch auf ein einziges Wort verkürzt, ohne Blickwinkel und Verfahrensstand. Aus der prozessualen prétention wird eine außergerichtliche créance oder umgekehrt, und ein Schriftsatz spricht von einer Geldforderung, wo die Berechtigung an sich gemeint war.

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Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.