Frist
Nimm „mûdet“, wenn eine rechtlich relevante Frist oder ein Zeitraum gemeint ist. „Dem“ heißt allgemein Zeit; „roja dawî“ ist eher der letzte Tag oder die Deadline.
„Frist“ ist im Deutschen nicht einfach „Zeit“, sondern ein Zeitraum mit Rechtsfolge. Nach Ablauf kann ein Recht verloren gehen, eine Zahlung fällig werden oder eine Handlung verspätet sein. Kurmanji sollte deshalb bei Rechtsfolgen nicht nur dem verwenden. Mûdet trägt die Vorstellung einer festgelegten Dauer besser.
Dem ist zu allgemein, wenn eine Frist versäumt oder eingehalten werden muss.
Bei „Frist läuft ab“ nicht wörtlich mit „laufen“ übersetzen; natürlicher ist mûdet bi dawî dibe.
Roj oder tarîx allein nennt nur den Tag, nicht die Frist.
Bei „innerhalb einer Frist“ braucht Kurmanji oft di nav mûdetê de.
Ein Bescheid, ein Rechtsmittel, eine Kündigung: die Frist entscheidet, ob eine Handlung noch rechtzeitig ist. Mûdet darf nicht wie ein bloßer Termin wirken, weil sonst die Rechtsfolge des Ablaufs verloren geht.
Die Maschine behandelt „Frist“ leicht wie einen Termin. Dann verschwindet die Folge, dass nach Ablauf der mûdet ein Recht verloren gehen oder ein Rechtsmittel unzulässig werden kann.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.