Anspruch
Nimm „krav“, wenn jemand etwas rechtlich verlangt oder geltend macht. „Rettighet“ ist das dahinterstehende Recht, nicht automatisch der durchgesetzte Anspruch.
Deutsch trennt oft unscharf zwischen Recht, Anspruch und Forderung. Norwegisch zwingt stärker zur Funktion im Satz: „krav“ ist das, was geltend gemacht wird; „rettighet“ ist die Rechtsposition dahinter. Bei Zahlungs- und Ersatzansprüchen ist „krav“ meist die bessere Grundwahl, weil es näher am prozessualen und praktischen Durchsetzen liegt.
„Anspruch haben auf“ heißt ha krav på, nicht automatisch ha rettighet til.
„Einen Anspruch geltend machen“ heißt fremme et krav oder gjøre et krav gjeldende.
„Rettighet“ wirkt zu abstrakt, wenn eine konkrete Zahlung, Herausgabe oder Leistung verlangt wird.
Klageantrag, Mahnung, Verjährung, Schadensersatz: hier muss „Anspruch“ als geltend gemachtes „krav“ sichtbar bleiben. „Rettighet“ passt nur, wenn der Text wirklich die Rechtsposition beschreibt und nicht die Durchsetzung.
Maschinell wird „Anspruch“ oft zu „rettighet“. Dann klingt der Satz nach einem abstrakten Recht, obwohl im Dokument ein konkretes „krav“ erhoben, bestritten oder verjährt wird.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.