Urteil
Nimm „حکم“, wenn ein Gericht verbindlich entscheidet. „فیصله“ passt für Entscheidung, „پرېکړه“ bleibt allgemein und ist für ein förmliches Urteil meist zu weich.
Deutsch trennt Urteil, Entscheidung und Beschluss genauer, als automatische Übersetzungen es oft zeigen. Im Paschtu trägt „حکم“ die gerichtliche Autorität am klarsten: ein Gericht entscheidet und setzt damit eine Rechtsfolge. „فیصله“ kann ebenfalls Entscheidung bedeuten, lässt aber je nach Text offen, ob es um ein Urteil, einen Beschluss oder nur das Ergebnis einer Beratung geht. Wer Urteil nur mit „پرېکړه“ übersetzt, nimmt dem Text leicht die gerichtliche Verbindlichkeit.
„Urteil fällen“ nicht mit einem Verb für „fallen“ nachbauen. Natürlich ist „حکم صادرول“ oder je nach Register „فیصله صادرول“.
„پرېکړه“ ist für ein förmliches Gerichtsurteil oft zu allgemein.
„حکم“ kann auch Anordnung heißen, deshalb muss der gerichtliche Bezug klar bleiben.
Gerichtsurteile, Rechtsmittelbelehrungen, Vollstreckung und Strafsachen: hier darf der Text nicht wie eine bloße Entscheidung klingen. Wird Urteil zu allgemein übersetzt, können Rechtskraft, Frist und Vollstreckbarkeit im Paschtu schwächer erscheinen.
Automatische Übersetzung macht aus „Urteil“ leicht eine allgemeine پرېکړه. Dann wirkt der Satz wie eine Entscheidung ohne gerichtliche Schwere, obwohl gerade Rechtskraft, Rechtsmittel oder Vollstreckung an diesem Wort hängen.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.