Rechtsgeschäft
Nimm negócio jurídico für das auf eine Willenserklärung gestützte Rechtsgeschäft, ato jurídico für die weitere Rechtshandlung überhaupt und transação nur für den Vergleich, nicht als allgemeines Wort für Geschäft. Im Zweifel entscheidet, ob eine gewollte Rechtsfolge durch Willenserklärung herbeigeführt wird.
Das Rechtsgeschäft ist im deutschen Recht der auf eine Willenserklärung gestützte Akt, der eine gewollte Rechtsfolge auslöst. Das portugiesische Recht führt dafür den negócio jurídico als Zentralbegriff seines Allgemeinen Teils. Davon zu trennen ist der ato jurídico, die Rechtshandlung im weiteren Sinn, die auch Handlungen ohne rechtsgeschäftlichen Willen umfasst. Transação wiederum ist der Vergleich, nicht das allgemeine Geschäft. Wer Rechtsgeschäft mit negócio legal oder transação übersetzt, verlässt den Terminus und wählt entweder eine Wortschöpfung ohne Verankerung oder gleich den falschen Begriff.
Rechtsgeschäft ist negócio jurídico, nicht negócio legal; legal meint gesetzeskonform, jurídico das rechtlich Erhebliche.
Transação ist der Vergleich oder allenfalls die Transaktion im wirtschaftlichen Sinn, kein Synonym für das Rechtsgeschäft.
Ato jurídico ist weiter als negócio jurídico; nicht jede Rechtshandlung ist ein Rechtsgeschäft, und die beiden sind nicht austauschbar.
Ein Vertrag, ein Testament, eine einseitige Erklärung mit Rechtsfolge: hier trägt negócio jurídico die dogmatische Einordnung, an der Wirksamkeit, Nichtigkeit und Anfechtung ansetzen. Steht negócio legal, entsteht ein Ausdruck ohne festen Ort im Rechtssystem. Von einem Geschäft im Alltag zu reden ist harmlos; knüpft ein Text an die Rechtsgeschäftslehre an, führt an negócio jurídico kein Weg vorbei.
Wort für Wort wird „Rechtsgeschäft“ zu negócio legal, einer Übertragung, die im portugiesischen Recht so nicht existiert. Das Ergebnis klingt vertraut, trifft aber neben den etablierten negócio jurídico. Die Maschine bildet die Bestandteile einzeln ab und kennt den feststehenden Terminus nicht, und weil negócio legal grammatisch tadellos wirkt, bemerkt man die fehlende juristische Verankerung leicht zu spät.