Führungszeugnis
صحيفة الحالة الجنائية für das Führungszeugnis in Ägypten und Saudi-Arabien, شهادة خلو السوابق für die Bescheinigung, dass keine Vorstrafe vorliegt, الفيش والتشبيه für die volkstümliche ägyptische Bezeichnung. Im Zweifel entscheidet, ob die Urkunde selbst gemeint ist oder ihr Befund.
Das Führungszeugnis heißt in Ägypten صحيفة الحالة الجنائية und wird von der Verwaltung für kriminaltechnische Ermittlungen ausgestellt, im Alltag nennt man es الفيش والتشبيه. Es gilt drei Monate und verzeichnet allein rechtskräftige Urteile, laufende Ermittlungen erscheinen darin nicht. Saudi-Arabien führt denselben Namen, behandelt die Urkunde nach Artikel 200 des Strafverfahrensgesetzes als vertraulich und trennt die eingetragene السابقة von der bloßen الملاحظة الأمنية, dem Verwaltungsvermerk. Wer keine Vorstrafe hat, erhält dort eine شهادة خلو السوابق. Getilgt wird eine Vorstrafe durch die رد الاعتبار, in Saudi-Arabien frühestens fünf Jahre nach Vollstreckung des Urteils.
شهادة خلو السوابق bescheinigt das Fehlen von Vorstrafen, die صحيفة الحالة الجنائية verzeichnet, was eingetragen ist.
الفيش والتشبيه ist umgangssprachlich und steht in keiner Urkunde.
Nur rechtskräftige Urteile erscheinen, laufende Verfahren nicht.
Die Tilgung heißt رد الاعتبار, die Vorstrafe السابقة, der bloße Verwaltungsvermerk الملاحظة الأمنية.
Ausländerbehörden verlangen ein Blatt Papier, dessen Aussagekraft am Namen hängt. Steht شهادة خلو السوابق darüber, obwohl eine Verurteilung eingetragen ist, widerspricht die Überschrift dem Inhalt, und der Sachbearbeiter schöpft Verdacht. Ein Lebenslauf verträgt die lose Bezeichnung, ein Papier, das eine Behörde bewertet, muss seinen amtlichen Namen tragen.
Führungszeugnis zerlegt eine automatische Übersetzung in Führung und Zeugnis, und heraus kommt eine Bescheinigung über gute Führung. Das klingt nach einem Arbeitszeugnis und benennt kein Register. Trifft sie doch die Urkunde, wählt sie oft شهادة خلو السوابق, die Bescheinigung ohne Vorstrafen, und behauptet damit einen Befund, den das Dokument gar nicht trägt. Legt jemand ein Führungszeugnis mit einer Eintragung vor, widerspricht die Überschrift dem Inhalt, und der Verdacht fällt auf ihn.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.