Untersuchungshaft
الحبس الاحتياطي für die Untersuchungshaft in Ägypten und den Golfstaaten, التوقيف für dieselbe Maßnahme in Jordanien und Saudi-Arabien, الحراسة النظرية niemals dafür, das ist der marokkanische Polizeigewahrsam. Im Zweifel entscheidet, ob ein Gericht die Haft angeordnet hat oder die Polizei jemanden festhält.
Die Untersuchungshaft heißt in Ägypten und am Golf الحبس الاحتياطي, in Jordanien und Saudi-Arabien التوقيف. Marokko unterscheidet zwei Stufen: die الحراسة النظرية, in der die Polizei einen Festgenommenen bis zur Vorführung festhält, und die الاعتقال الاحتياطي, die erst danach beginnt. Wer beides mit Untersuchungshaft übersetzt, zieht zwei Rechtszustände zusammen, die verschiedene Fristen und verschiedene Rechtsbehelfe tragen. An die Stelle der Haft können die المراقبة القضائية treten, Auflagen und Meldepflichten, und der Betroffene kann die الإفراج المؤقت beantragen. Ein weiterer Fallstrick liegt im Wort selbst: der الحبس ist zugleich der Name einer Freiheitsstrafe.
الحبس الاحتياطي ist keine Strafe, obwohl الحبس auch die Freiheitsstrafe bis drei Jahre bezeichnet.
الحراسة النظرية ist der Polizeigewahrsam vor der Vorführung, nicht die Untersuchungshaft.
In Marokko heißt die Untersuchungshaft nach der Vorführung الاعتقال الاحتياطي.
Die Haftverschonung gegen Auflagen heißt المراقبة القضائية, die vorläufige Entlassung الإفراج المؤقت.
Haftprüfungsbeschlüsse benennen den Freiheitsentzug, um den es geht, und daran hängen Fristen. Steht حراسة نظرية, wo eine Untersuchungshaft gemeint ist, gilt im Zielland eine Frist von Stunden statt von Wochen, und die Verlängerung findet keine Grundlage. Ein Bericht über eine Festnahme verträgt das allgemeine Wort, eine Anordnung, die jemanden festhält, verlangt die Rechtsordnung des Ziellands.
Untersuchungshaft enthält das Wort Haft, und eine automatische Übersetzung greift zu حبس. Damit steht dort der Name einer Freiheitsstrafe, und ein Beschluss über eine Maßnahme im Ermittlungsverfahren liest sich wie eine Verurteilung. Fügt sie den Zusatz احتياطي hinzu, trifft sie den ägyptischen Ausdruck und verfehlt den jordanischen توقيف und die marokkanische Zweiteilung. Wer den Beschluss vorlegt, beschreibt eine Maßnahme, die es in dieser Rechtsordnung unter diesem Namen nicht gibt.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.