Erbfolge
succession für die Rechtsnachfolge als solche, intestate succession bei gesetzlicher, testamentary succession bei gewillkürter Erbfolge. Line of succession klingt nach Thronfolge und passt selten. Im Zweifel entscheidet, ob die Rechtsnachfolge allgemein oder ihre Grundlage gemeint ist.
Erbfolge bezeichnet, wer nach dem Tod des Erblassers als Erbe berufen ist, geregelt in den Paragraphen 1924 folgende BGB für die gesetzliche und den Paragraphen 1937 folgende BGB für die gewillkürte Nachfolge. Englisch fasst das mit dem einen Wort succession, spezifiziert aber gerne mit intestate oder testamentary, so dass die Grundlage im Ausdruck mitgeht. Line of succession trägt einen anderen Klang: Es meint dynastische Nachfolgeordnungen wie Thronfolge oder Präsidentennachfolge und liegt sprachlich weit vom bürgerlichen Erbrecht entfernt. Für Erbschein-Anträge und Prozesse ist die Präzisierung der Grundlage oft der Punkt, an dem sich Ansprüche entscheiden.
Line of succession gehört in Thronfolge- und Präsidentennachfolge-Zusammenhänge, nicht ins bürgerliche Erbrecht.
Legal succession als Wiedergabe für gesetzliche Erbfolge ist doppelt schief, denn im Englischen ist auch die testamentarische Nachfolge legal; gemeint ist intestate succession.
Order of succession benennt die Reihenfolge innerhalb der Nachfolge, nicht die Erbfolge als Konzept.
Erbfolge und Erbfall nicht verwechseln, das eine ist die Nachfolgeregel, das andere der Auslöser des Übergangs.
Ein Testament ordnet ausdrücklich, wer Erbe wird, oder es fehlt, und die gesetzliche Rangfolge greift durch; jede Erbschein-Antragschrift muss diese Grundlage benennen. Bleibt es beim schlichten succession, verschwindet die Frage, warum jemand berufen ist, obwohl gerade sie den Anspruch trägt. Ein Testator kann gegen die gesetzliche Erbfolge testieren, aber nur bis zur Grenze des Pflichtteils, und diese Doppelung geht ohne die Termini nicht auf.
Automatische Übersetzungen wählen für Erbfolge zuverlässig succession, blenden aber die Trennung gesetzlich und testamentarisch aus, so dass jeder Satz denselben Farbton bekommt. Ein Text, in dem Kinder aus erster Ehe und Testamentserben durcheinandergehen, verliert genau dort seine Struktur. Was die Maschine übersieht: dass das deutsche Recht die Grundlage der Nachfolge fast immer im Ausdruck mitführt, während der englische Standardbegriff sie freistellt.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.