Schriftform

written form
Substantiv · Juristisch

written form nach der amtlichen Fassung des Bürgerlichen Gesetzbuchs für die eigenhändig unterschriebene Urkunde. Textform genügt dafür nicht, sie heißt text form und verlangt keine Unterschrift. Im Zweifel entscheidet, ob eine eigenhändige Unterschrift verlangt ist.

Wann welche Übersetzung
written form – die gesetzliche Form nach Paragraph 126 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, die eine eigenhändige Namensunterschrift auf der Urkunde verlangt.
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Warum

Das Bürgerliche Gesetzbuch kennt abgestufte Formen: Die Schriftform nach Paragraph 126 verlangt die eigenhändige Unterschrift, die elektronische Form nach Paragraph 126a eine qualifizierte elektronische Signatur, die Textform nach Paragraph 126b nur eine lesbare Erklärung auf einem dauerhaften Datenträger, also ohne Unterschrift. Amtlich heißen sie written form, electronic form und text form. Wer alle drei mit written form oder in writing übersetzt, verliert die Abstufung, an der hängt, ob eine E-Mail die Form wahrt oder das Geschäft nichtig ist.

Typische Fehler

Schriftform und Textform sind verschieden, die eine verlangt die eigenhändige Unterschrift, die andere nur eine lesbare Erklärung auf dauerhaftem Datenträger.

In writing ist unscharf und lässt offen, ob eine Unterschrift verlangt ist.

Die elektronische Form verlangt eine qualifizierte elektronische Signatur, eine einfache E-Mail genügt ihr nicht.

Wird die gesetzliche Schriftform verfehlt, ist das Rechtsgeschäft nichtig, nicht bloß schwebend unwirksam.

Beispiele
Schriftform wahren to comply with the written form
gesetzliche Schriftform statutory written form
gewillkürte Schriftform agreed written form
Textform text form
elektronische Form electronic form
eigenhändige Unterschrift signature in the person's own hand
Worauf es ankommt

Schreibt ein Vertrag Schriftform vor und die Parteien tauschen nur E-Mails, kann die Vereinbarung unwirksam sein. Steht in der Übersetzung nur in writing, hält der Empfänger die E-Mail für ausreichend. Für eine formlose Absprache ohne Folgen; sobald eine gesetzliche Form gilt, entscheidet dieser Unterschied über die Wirksamkeit.

Was die Maschine übersieht

Weil Schriftform, Textform und elektronische Form im Englischen alle nach Schriftlichkeit klingen, gibt eine Maschine sie oft einheitlich als written form oder in writing wieder. Ob eine Unterschrift nötig ist, bleibt damit offen. Wo eine Unterschriftenzeile folgt, klärt sich das; in einer Formklausel entscheidet es darüber, ob eine E-Mail genügt.

Ähnliche Begriffe

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.