Frist
délai ist die Frist als Zeitraum; der Fälligkeitszeitpunkt heißt échéance, die Ausschlussfrist délai de forclusion.
Das Französische unterscheidet strikt zwischen der Dauer und dem Zeitpunkt. délai misst eine Spanne, échéance markiert den Tag, an dem etwas fällig wird. Wo ein Recht bei Versäumnis untergeht, greift forclusion oder prescription. Das deutsche „Frist“ deckt beides mit einem Wort ab, weshalb beim Übersetzen aktiv zu entscheiden ist, welche der beiden Dimensionen gemeint ist. Ein Zahlungszeitraum ist ein délai de paiement, ein Fälligkeitstag eine échéance.
„Zahlungsfrist“ als Zeitraum ist délai de paiement, aber „Fälligkeit“ ist échéance.
„Ausschlussfrist“ ist délai de forclusion, nicht „délai d'exclusion“.
„fristgerecht“ ist dans les délais oder dans le délai imparti, nicht „à temps de délai“.
Fällt in einer Zahlungsklausel ein Stichtag, ist es die échéance, läuft eine Spanne, das délai; steht das eine für das andere, verschiebt sich, ob eine Zeitspanne läuft oder ein Tag fällig wird, mit Folgen für Verzug und Fristwahrung. Im lockeren „gib mir mehr Zeit“ bleibt die Feinheit unwichtig.
Ein automatischer Übersetzer setzt „Frist“ oft pauschal als délai, auch wo der Fälligkeitstag échéance verlangt ist. Aus dem Stichtag wird eine Zeitspanne, und in einer Zahlungsklausel steht dann, ein Zeitraum laufe, wo in Wahrheit ein Tag fällig wird.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.