Verzug
mora für Verzug im Rechtssinn, ritardo nur für die tatsächliche Verspätung. mora del debitore und mora del creditore sauber unterscheiden.
Deutsch sagt „Verzug“ für mehr als bloßes Zuspätkommen. Italienisch trennt mora als Rechtszustand von ritardo als tatsächlicher Verspätung. mora setzt den rechtlichen Rahmen, etwa Fälligkeit, Mahnung oder gesetzliche Voraussetzungen. ritardo beschreibt nur, dass etwas spät ist. In Zahlungs- und Leistungspflichten ist diese Unterscheidung wichtig, weil Verzugszinsen und Schadensersatz an mora hängen können.
„In Verzug geraten“ heißt cadere in mora oder essere in mora, nicht nur „essere in ritardo“.
ritardo ist zu schwach, wenn Verzugsfolgen gemeint sind.
mora del creditore nicht mit Schuldnerverzug verwechseln.
Zahlungsaufforderung, Lieferpflicht, Verzugszinsen: dort reicht Verspätung als Begriff nicht. mora zeigt, dass die rechtlichen Folgen des Verzugs gemeint sind. ritardo passt nur, wenn der Text die tatsächliche Verzögerung beschreibt.
„Verzug“ wird automatisch gern zu ritardo. Das klingt verständlich, lässt aber die Rechtsfolgen der mora verschwinden. In Mahnung oder Zahlungsaufforderung kann dadurch aus Verzug nur eine einfache Verspätung werden.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.