Urteil
Nimm „biryar“, wenn das Gericht eine Entscheidung fällt. „Hukim“ kann Urteil oder Rechtsspruch meinen, ist aber stärker lehnwort- und registerabhängig; „raye“ ist eher Meinung.
Deutsch verwendet „Urteil“ auch für persönliche Einschätzung. Im juristischen Kontext geht es aber um die verbindliche Entscheidung eines Gerichts. Kurmanji sollte diese Bindung sichtbar machen, meist mit biryara dadgehê. Steht nur „sein Urteil über die Lage“, wäre raye oder dîtinê passender.
Raye ist kein Gerichtsurteil.
Biryar allein kann auch allgemeine Entscheidung heißen; bei Rechtstexten besser dadgeh ergänzen.
Hukim kann passen, sollte aber nicht automatisch jede gerichtliche Entscheidung ersetzen.
Bei „rechtskräftiges Urteil“ braucht es eine Zusatzkonstruktion, etwa biryara dawî oder biryara ku êdî nayê guhertin.
Ein Tenor, eine Begründung, eine Rechtsmittelbelehrung: biryar muss als gerichtliche Entscheidung lesbar sein. Eine persönliche Meinung oder Einschätzung wäre im Rechtstext zu schwach.
Die Maschine liest „Urteil“ leicht als Meinung oder Einschätzung. Dann verliert biryara dadgehê den Charakter einer verbindlichen gerichtlichen Entscheidung.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.