Gesetz
Nimm „qanûn“, wenn ein Gesetz als verbindliche staatliche Norm gemeint ist. „Rêzik“ ist eher Regel, „maf“ bezeichnet das Recht oder eine Berechtigung, nicht das einzelne Gesetz.
Deutsch trennt zwischen Gesetz, Recht, Regel und Vorschrift nicht immer sauber im Alltag. Kurmanji sollte bei einem formellen Gesetz qanûn wählen. Wenn der Satz nur eine interne Regel meint, ist rêzik natürlicher. Wenn „nach deutschem Recht“ gemeint ist, kann maf oder qanûn je nach Konstruktion passen, aber nicht jedes „Recht“ ist ein Gesetz.
Qanûn nicht für jede Hausregel verwenden.
Rêzik ist zu allgemein, wenn eine gesetzliche Rechtsfolge gemeint ist.
Maf ist kein Ersatz für „Gesetz“, wenn ein bestimmter Normtext gemeint ist.
Bei „gesetzlich“ ist oft qanûnî natürlicher als eine lange Umschreibung.
Ein Bescheid, ein Vertrag, eine Klagebegründung: qanûn verweist auf die gesetzliche Norm. Wird daraus ein persönliches Recht gemacht, verschiebt sich die Aussage von Regel zu Anspruch.
Die Maschine verwechselt „Gesetz“ leicht mit Recht im subjektiven Sinn. Dann wird qanûn zur persönlichen Berechtigung, obwohl im Text eine Norm gemeint ist.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.