Eigentum
Nimm propriedade für das umfassende Eigentumsrecht an einer Sache, posse für den bloßen Besitz als tatsächliche Sachherrschaft und domínio als gleichwertige Bezeichnung des Eigentumsrechts, etwa in der Übertragung. Im Zweifel entscheidet, ob das Recht an der Sache gemeint ist oder nur die tatsächliche Herrschaft.
Deutsch trennt Eigentum und Besitz klar: Eigentum ist das Recht an der Sache, Besitz die tatsächliche Herrschaft, und beide können auseinanderfallen, etwa beim Mieter, der besitzt, ohne Eigentümer zu sein. Das portugiesische Recht hält dieselbe Trennung: propriedade ist das Vollrecht, posse die faktische Herrschaft. Domínio wird weithin gleichbedeutend mit propriedade verwendet, vor allem, wenn von der Übertragung des Eigentums die Rede ist. Wer Eigentum mit posse übersetzt, verwechselt das Recht mit der bloßen Innehabung und behauptet eine Rechtsstellung, die der Besitzer gar nicht hat.
Eigentum ist propriedade, nicht posse; posse ist nur die tatsächliche Sachherrschaft, nicht das Recht.
Propriedade und posse fallen oft auseinander: Der Mieter hat posse, aber nicht die propriedade der Wohnung.
Domínio ist als Synonym für das Eigentumsrecht gebräuchlich, meint aber nicht die staatliche Domäne oder ein Herrschaftsgebiet im politischen Sinn.
Ein Grundbuchauszug, ein Immobilienkaufvertrag, ein Räumungsstreit: hier trägt propriedade die Aussage, wem die Sache rechtlich gehört. Steht posse, ist nur gesagt, wer sie tatsächlich innehat, nicht wem sie zusteht. Solange es um den bloßen Gebrauch geht, mag posse genügen; sobald über die Zuordnung des Rechts gestritten wird, muss propriedade stehen.
„Eigentum“ und „Besitz“ wirft die automatische Übersetzung leicht zusammen und setzt für beides posse oder ein unscharfes propriedade, weil die Alltagssprache die Begriffe kaum trennt. Der Satz wirkt korrekt, doch das Recht an der Sache und die bloße Innehabung sind vertauscht. Die Maschine erkennt nicht, dass propriedade und posse verschiedene Rechtslagen bezeichnen, und weil beide Wörter geläufig sind, bleibt die Verwechslung unbemerkt, bis über die Zuordnung gestritten wird.