Stellvertretung
Nimm temsil, wenn die Stellvertretung als Institut gemeint ist; doğrudan temsil, wenn im fremden Namen und auf fremde Rechnung gehandelt wird; dolaylı temsil, wenn der Vertreter im eigenen Namen auftritt; yasal temsil, wenn die Vertretungsmacht aus dem Gesetz folgt. Im Zweifel entscheidet, in wessen Namen erklärt wird.
Temsil und vekâlet werden ständig verwechselt, und die türkische Rechtsprechung hält beides ausdrücklich auseinander. Die Erteilung der Vertretungsmacht ist ein einseitiges Rechtsgeschäft und wirkt nach außen, gegenüber dem Dritten. Der Auftrag ist ein Vertrag und regelt das Innenverhältnis zwischen Vertretenem und Vertreter. Beide fallen häufig zusammen, aber sie müssen es nicht, und für den Dritten zählt allein die Vertretungsmacht. Hinzu kommt die Unterscheidung zwischen der unmittelbaren und der mittelbaren Stellvertretung, denn nur bei der ersten treffen die Wirkungen sofort den Vertretenen. Und außerhalb des Rechts bedeutet temsil schlicht die Aufführung.
Vekâlet ist der Auftrag und damit ein Vertrag; temsil ist die Vertretung nach außen. Die Rechtsprechung hält beides ausdrücklich auseinander.
Temsil bedeutet außerhalb des Rechts auch die Aufführung und die Repräsentation; im Vertragstext braucht es den klärenden Zusatz.
Vertretungsmacht heißt temsil yetkisi, die Vollmachtsurkunde vekâletname; die Urkunde ist nicht die Macht.
Vertretung ohne Vertretungsmacht heißt yetkisiz temsil; der Widerruf der Vertretungsmacht heißt temsil yetkisinin geri alınması, während azil den Widerruf des Auftrags bezeichnet.
Wer unterschreibt, tut es entweder im eigenen Namen oder im Namen eines anderen, und daran hängt alles Weitere. Steht in der Übersetzung das Wort für den Auftrag, wo die Vertretungsmacht gemeint ist, prüft die Gegenseite das Innenverhältnis und übersieht die Bindung nach außen. Handelt jemand im eigenen Namen auf fremde Rechnung, wird er selbst Vertragspartei, und ein Gläubiger, dem das verlorengeht, verklagt den Falschen.
Nichts liegt der automatischen Übersetzung näher, als „Stellvertretung“ mit vekâlet wiederzugeben, weil dieses Wort in Vollmachtsurkunden ständig auftaucht. Vekâlet ist aber der Auftrag, also das Innenverhältnis, und der Text sagt danach nichts mehr darüber, ob der Handelnde nach außen binden konnte. Trifft sie temsil, meint sie mitunter die Aufführung im Theater.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.