Anspruch
drept, wenn das zugrunde liegende Recht gemeint ist, pretenție, wenn der Anspruch geltend gemacht wird. creanță nur bei vermögensrechtlicher Gläubigerforderung.
Der deutsche „Anspruch“ liegt zwischen Recht, Forderung und prozessualem Begehren. Rumänisch zwingt zur Einordnung: drept beschreibt die Rechtsposition, pretenție das geltend gemachte Begehren, creanță die Gläubigerforderung. Gerade bei Anspruchsgrundlage, Anspruchsschreiben und Abtretung entscheidet diese Wahl, ob der Text ein Recht, eine Forderung oder einen Antrag beschreibt.
Pretenție klingt schnell streitig, obwohl nur das zugrunde liegende drept gemeint sein kann.
Drept ist zu abstrakt, wenn eine konkrete Geldforderung übertragen oder gesichert wird.
Cerere ist Antrag, nicht Anspruchsgrundlage.
Creanță passt nicht für jeden Anspruch auf Unterlassung oder Herausgabe.
Anspruchsschreiben, Anspruchsgrundlage, Abtretungsklausel: hier steuert die Übersetzung die juristische Rolle. Falsch gewählt wird aus einem Recht ein Antrag oder aus einer Geldforderung ein bloßes Begehren.
Bei „Anspruch“ landet die Maschine oft bei pretenție. In einer Anspruchsgrundlage wirkt dann ein materielles drept wie ein bereits erhobenes Streitbegehren, obwohl erst die Rechtsposition gemeint ist.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.