Bieter

tenderer
Substantiv · Juristisch

tenderer nach der europäischen Terminologie für das Unternehmen, das ein Angebot abgibt. Der Bewerber, der sich nur um Teilnahme bewirbt, heißt candidate. Im Zweifel entscheidet, ob bereits ein Angebot vorliegt oder erst ein Teilnahmeantrag.

Wann welche Übersetzung
tenderer – der Wirtschaftsteilnehmer, der im Vergabeverfahren ein Angebot abgegeben hat.
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Warum

Die Richtlinie unterscheidet drei Rollen, die im Deutschen ebenso getrennt sind: den Wirtschaftsteilnehmer als Oberbegriff, den Bewerber, der einen Teilnahmeantrag stellt, und den Bieter, der ein Angebot abgibt. Englisch heißen sie economic operator, candidate und tenderer. Bidder ist amerikanisch geprägt und in europäischen Vergabeunterlagen unüblich. Die Unterscheidung ist nicht akademisch, denn an sie knüpfen verschiedene Informations- und Rügeobliegenheiten sowie unterschiedliche Fristen an.

Typische Fehler

Bidder ist amerikanisch geprägt, die europäische Terminologie sagt tenderer.

Der Bewerber ist candidate und hat noch kein Angebot abgegeben, der Bieter ist tenderer.

Economic operator ist der Oberbegriff und umfasst beide Rollen.

Bietergemeinschaft ist group of economic operators, nicht consortium im gesellschaftsrechtlichen Sinn.

Beispiele
ein Bieter gibt ein Angebot ab a tenderer submits a tender
Bewerber candidate
Bietergemeinschaft group of economic operators
unterlegener Bieter unsuccessful tenderer
Bieterinformation information to tenderers
Worauf es ankommt

Reicht ein Unternehmen ein Angebot ein und erhält später eine Mitteilung, hängt an der Rolle, welche Rechte es hat. Steht candidate, wo Bieter gemeint ist, rechnet es mit einer früheren Verfahrensstufe und versäumt Fristen. Für eine interne Notiz nachrangig; bei der Berechnung der Rügefrist zählt die Rolle.

Was die Maschine übersieht

Bieter zerlegt eine Maschine zu bidder, weil das im Englischen die geläufigere Fügung ist, in europäischen Vergabeunterlagen aber unüblich. Zusätzlich verschwimmt die Grenze zum Bewerber, der eine andere Verfahrensstellung hat. Wo die Verfahrensstufe beschrieben wird, klärt es sich; in einer Anrede bleibt die Rolle offen.

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.