Betrug
fraud nach der amtlichen Fassung für den Betrug nach § 263; der Tatbestand verlangt die Kette aus Täuschung, Irrtum, Vermögensverfügung und Schaden. deception ist nur das erste Glied. Im Zweifel entscheidet, ob die ganze Kette behauptet wird.
Der Betrug nach § 263 ist ein Erfolgsdelikt mit fester Kette: Täuschung, dadurch Irrtum, dadurch Vermögensverfügung, dadurch Vermögensschaden; fehlt ein Glied, fehlt der Betrug. Die amtliche Fassung sagt fraud, und genau dort lauert der Systemunterschied: Der englische Fraud Act von 2006 bestraft schon die unredliche Täuschungshandlung in Bereicherungsabsicht, ein eingetretener Schaden ist nicht nötig. Wer eine deutsche Anklage übersetzt, muss die ganze Kette sichtbar lassen; wer einen englischen fraud-Vorwurf einordnet, darf den Schadenseintritt nicht stillschweigend unterstellen. Dasselbe Wort, zwei Vollendungszeitpunkte.
scam und con sind Umgangssprache; in Anklage und Urteil trägt nur fraud.
Der englische Fraud Act bestraft die unredliche Täuschung ohne Schadenseintritt, § 263 verlangt ihn; wer zwischen den Systemen übersetzt, verschiebt sonst den Vollendungszeitpunkt.
jemanden betrügen heißt alltagssprachlich to cheat oder to deceive; der Tatbestandsname bleibt fraud.
Computerbetrug nach § 263a heißt computer fraud, kommt aber ohne menschlichen Irrtum aus; wer ihn als Unterfall der Täuschung erklärt, verfehlt die Struktur.
Die Anklageschrift führt Täuschung, Irrtum, Verfügung und Schaden einzeln auf, und die Verteidigung im Ausland fragt, was davon bestritten werden kann. Steht nur deception, verschwinden drei der vier Glieder. Für eine Zusammenfassung des Vorwurfs nachrangig; in der Verteidigungsstrategie ist jedes Glied ein eigener Angriffspunkt.
Betrug verkürzt eine Maschine gern zu deception oder cheating, und aus dem vierstufigen Erfolgsdelikt wird eine bloße Täuschungshandlung. Die Rückrichtung ist ebenso schief: Englisches fraud kennt keinen zwingenden Schaden, deutscher Betrug schon. Zwischen Anklage und Erwiderung verschiebt sich so unbemerkt der Zeitpunkt der Vollendung.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.