arbeitsmedizinische Vorsorge

occupational health surveillance
Substantiv · Juristisch

occupational health surveillance für die ärztliche Beratung und Untersuchung zur Früherkennung arbeitsbedingter Erkrankungen; davon zu trennen ist die fitness for work examination, also die Eignungsuntersuchung. Die Bescheinigung an den Arbeitgeber enthält keine gesundheitlichen Bedenken. Im Zweifel entscheidet, ob Vorsorge oder Eignung geprüft werden soll.

occupational health surveillance
die ärztliche Beratung und gegebenenfalls Untersuchung, die arbeitsbedingte Erkrankungen früh erkennen und verhüten soll.
fitness for work examination
die davon zu trennende Eignungsuntersuchung, die klärt, ob jemand für eine Tätigkeit körperlich geeignet ist.
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Warum

Die Trennung ist strikt und wird von ausländischen Konzernzentralen regelmäßig verkannt. Die Bescheinigung an den Arbeitgeber nennt nur, dass, wann und aus welchem Anlass ein Termin stattfand, und sagt nichts über gesundheitliche Bedenken. Der Arzt muss dem Arbeitgeber jedoch mitteilen, wenn die Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, und Maßnahmen vorschlagen; der Arbeitgeber hat daraufhin die Gefährdungsbeurteilung zu überprüfen. Ein Tätigkeitswechsel aus persönlichen Gründen darf nur mit Einwilligung mitgeteilt werden.

Typische Fehler

Die Vorsorge ist keine Eignungsuntersuchung und verfolgt einen anderen Zweck.

Die Bescheinigung nennt nur, dass und wann ein Termin stattfand, gesundheitliche Bedenken enthält sie nicht.

Reichen die Schutzmaßnahmen nicht aus, ist der Arbeitgeber zu unterrichten und die Gefährdungsbeurteilung zu überprüfen.

Ein empfohlener Tätigkeitswechsel darf dem Arbeitgeber nur mit Einwilligung mitgeteilt werden.

Beispiele
arbeitsmedizinische Vorsorge veranlassen to arrange occupational health surveillance
Betriebsarzt occupational physician
Vorsorgebescheinigung certificate of surveillance
Eignungsuntersuchung fitness for work examination
Vorschlag von Schutzmaßnahmen proposal of protective measures
ärztliche Schweigepflicht medical confidentiality
Worauf es ankommt

Schickt ein Arbeitgeber Beschäftigte zum Betriebsarzt, erhält er keine Befunde, wohl aber Hinweise auf unzureichende Schutzmaßnahmen. Steht medical examination, erwartet die Konzernzentrale einen Befundbericht. Für eine Terminplanung nachrangig; bei einer Personalentscheidung entsteht eine unerfüllbare Erwartung.

Was die Maschine übersieht

Arbeitsmedizinische Vorsorge wird maschinell zu occupational medical examination oder medical check-up; beide rücken die Untersuchung in den Vordergrund, während der Kern die Beratung und der Schutz des Beschäftigten ist. Dass der Arbeitgeber keine Befunde erhält, trägt keine Fassung. In einer Personalakte werden dann Ergebnisse erwartet.

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.