Vorteilsannahme
taking bribes nach der amtlichen Fassung des § 331, so irritierend das klingt; die Kanzleikurzform accepting benefits ist verbreitet, aber nicht amtlich. Erfasst ist der Vorteil für die Dienstausübung ohne Pflichtverletzung, die Genehmigung des Dienstherrn entlastet. Im Zweifel entscheidet, ob eine Pflichtwidrigkeit behauptet wird.
Die Vorteilsannahme nach § 331 ist die Grundstufe der Nehmerseite: Ein Amtsträger fordert, lässt sich versprechen oder nimmt einen Vorteil für die Dienstausübung, ohne dass eine Pflichtverletzung vorliegen muss. Die amtliche Übersetzung nennt ausgerechnet diese Grundstufe taking bribes und hängt die Pflichtverletzung des § 332 als Formel an; das Deutsche trennt lexikalisch, das amtliche Englisch nur über den Zusatz. Vorteil ist weit: schon Einladung, Reise, der Vorteil für einen Dritten. Die vorher oder unverzüglich nachgeholt genehmigte Annahme bleibt straflos; diese Genehmigungsschleife kennt das bribery-Vokabular nicht.
benefit ist weiter als Bestechungsgeld: schon die Einladung, die Reise, der Vorteil für einen Dritten zählen.
Das englische Ohr hört in bribes die Kaufabsicht; gerade deshalb braucht der übersetzte § 331 den Hinweis auf die Grundstufe, sonst liest jeder die schwere Variante.
Die Genehmigungsschleife mitführen: vorher oder unverzüglich nach Annahme genehmigt bleibt straflos, the competent authority previously authorises the acceptance.
accepting benefits und acceptance of an advantage sind Kanzleibeschreibungen; wer sie als Normzitat ausgibt, zitiert eine Fassung, die es amtlich nie gab.
Karten fürs Stadion, Einladung samt Anreise, und der Referatsleiter fragt die Compliance, ob er zusagen darf, während der ausländische Sponsor die deutsche Rechtslage erklärt bekommen soll. Steht bribes, sagt der Sponsor die Loge ab und meldet einen Vorfall. Für den Kalendereintrag nachrangig; in der Genehmigungsvorlage entscheidet die Stufe über das Verfahren.
Vorteilsannahme heißt amtlich ausgerechnet taking bribes, und eine Maschine spielt das Etikett ohne die trennende Formel des § 332 aus. Der Leser der Übersetzung sieht Schmiergeld, wo das Gesetz die genehmigungsfähige Grundstufe meint. Dass zwischen beiden Paragrafen zwei Strafrahmen liegen, verschwindet im gleichlautenden Wortpaar.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.