Bestechlichkeit
taking bribes meant as an incentive to violating one's official duties, so die amtliche Formel des § 332; das nackte taking bribes ist amtlich die Vorteilsannahme des § 331. Europäische Texte sagen passive bribery. Im Zweifel entscheidet, ob die Pflichtformel mitgeht.
Die Bestechlichkeit nach § 332 ist die Nehmerseite mit Dienstpflichtverletzung: Ein Amtsträger fordert, lässt sich versprechen oder nimmt einen Vorteil als Gegenleistung dafür, dass er eine Diensthandlung pflichtwidrig vorgenommen hat oder vornehmen wird. Die amtliche Fassung unterscheidet nicht über zwei Wörter, sondern über eine Formel: taking bribes heißt schon die Vorteilsannahme des § 331, erst der Zusatz meant as an incentive to violating one's official duties markiert den § 332. Kanzleitexte kürzen auf corruptibility, europäische Texte sagen passive bribery. Bloßes bribery verliert beide Achsen.
bribery ohne Zusatz nennt weder die Seite noch die Pflichtwidrigkeit; die deutsche Matrix aus vier Tatbeständen verschwindet in einem Wort.
Bestechlichkeit und Bestechung nicht drehen: die Endung keit markiert den Nehmer, die Bestechung nach § 334 den Geber.
corruption ist der Oberbegriff ganzer Berichtskapitel; als Tatbestandsname in einer Anklage zu weit.
Wer taking bribes ohne die Formel schreibt, zitiert amtlich den § 331; aus der Bestechlichkeit wird die bloße Vorteilsannahme, der Strafrahmen fällt von fünf auf drei Jahre.
Gegen den Sachgebietsleiter der Vergabestelle wird ermittelt, weil er für die Zuschlagsentscheidung kassiert hat, und die Pressestelle der ausländischen Partnerstadt bittet um eine Einordnung. Steht bribery, bleibt offen, wer gab und wer nahm. Für die Schlagzeile nachrangig; im Rechtshilfeersuchen müssen Seite und Pflichtverstoß exakt benannt sein.
Bestechlichkeit dreht eine Maschine gern auf die falsche Seite: Aus dem Amtsträger, der nimmt, wird im englischen bribery-Einheitswort einer, der besticht. Ob die Diensthandlung pflichtwidrig war, die Grenze zwischen § 332 und § 331, trägt das Wort ebenfalls nicht. Die Anklage liest sich eine Stufe zu mild oder seitenverkehrt.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.