Kostengrundentscheidung

decision on liability for costs
Substantiv · Juristisch

decision on liability for costs für den Ausspruch im Urteil, wer die Kosten trägt; den Betrag nennt sie nicht. Erst die Kostenfestsetzung beziffert. Im Zweifel entscheidet, ob nach dem Wer oder nach dem Wieviel gefragt ist.

Wann welche Übersetzung
decision on liability for costs – der Ausspruch des Gerichts, welche Partei die Kosten des Rechtsstreits in welchem Verhältnis zu tragen hat.
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Warum

Die deutsche Kostenentscheidung ist zweistufig, und die erste Stufe steckt im Urteil selbst: Der Tenor spricht aus, wer die Kosten trägt, ganz oder nach Quote, sagt aber nicht, um welchen Betrag es geht. Der Betrag folgt erst im Kostenfestsetzungsverfahren auf Antrag. Wer beide Stufen in der Übersetzung verschmilzt, erzeugt ein Urteil, das scheinbar schon eine Zahlungssumme enthält, oder einen Beschluss, der scheinbar erst über die Kostenlast entscheidet; beides führt Leser aus einstufigen Rechtsordnungen in die Irre.

Typische Fehler

Die Grundentscheidung sagt wer zahlt, nicht wie viel.

Sie steht im Tenor des Urteils, ganz oder nach Quote.

Der Betrag folgt erst im Festsetzungsverfahren auf Antrag.

Basic cost decision ist eine wörtliche Bildung ohne Rückhalt.

Beispiele
die Kostengrundentscheidung treffen to decide on liability for costs
Tenor des Urteils operative part of the judgment
Kostenquote apportionment of costs
Kosten des Rechtsstreits costs of the litigation
Verhältnis der Kostentragung proportion of cost liability
zweistufiges Verfahren two-stage procedure
Worauf es ankommt

Endet der Prozess, spricht das Urteil zuerst nur aus, wer die Kosten trägt. Steht cost order mit Betrag, sind zwei Stufen verschmolzen. Für eine Urteilszusammenfassung nachrangig; der Leser sucht im Urteil eine Summe, die dort nie steht.

Was die Maschine übersieht

Für die Kostengrundentscheidung liefert eine Maschine basic cost decision oder principal cost ruling; beides sind Wortschöpfungen. Dass hier nur über das Wer entschieden wird und das Wieviel einem eigenen Verfahren vorbehalten bleibt, trägt keine Fassung. Ein Leser erwartet im Urteil eine Summe.

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.