nachehelicher Unterhalt
Nimm post-divorce maintenance; spousal maintenance liegt auf der britischen, alimony auf der amerikanischen Linie. Im Zweifel entscheidet das Zielpublikum.
Nach der Scheidung gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung, § 1569 BGB; Unterhalt gibt es nur aus benannten Tatbeständen wie Kindesbetreuung, Alter oder Krankheit, häufig befristet oder herabgesetzt. Die englische Praxis strebt mit dem clean break eher die endgültige finanzielle Trennung an, US-Gerichte sprechen alimony mit sehr unterschiedlicher Dauer zu. post-divorce maintenance benennt den deutschen Anspruch neutral; spousal maintenance und alimony docken an die Zielsysteme an, bringen aber deren Erwartungen mit.
after-marriage maintenance und post-marital support sind Kalke ohne Heimat im Zielrecht.
alimony weckt beim US-Leser die Vorstellung dauerhafter Zahlungen; der deutsche Anspruch ist tatbestandsgebunden und oft befristet.
Der Verzicht auf nachehelichen Unterhalt ist gestaltbar, der auf Trennungsunterhalt nicht; die beiden Ansprüche nicht in einen Topf werfen.
Eine Scheidungsfolgenvereinbarung mit Unterhaltsverzicht ist nur so viel wert wie ihre Begriffe: Verzichtet wird auf den nachehelichen Unterhalt, nicht auf den Trennungsunterhalt. Verwischt die Übersetzung diese Linie, verspricht der Text einen Verzicht, den das deutsche Recht so nicht trägt.
Wörtlich entsteht post-marital maintenance oder gar after-marital support, Konstruktionen ohne Heimat im Zielrecht; setzt der Automat stattdessen pauschal alimony, verspricht der Text dem US-Leser eine Dauerrente, die das deutsche Recht so nicht vorsieht.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.