Wertgebühr

value fee
Substantiv · Juristisch

value fee für die Wertgebühr des § 13: berechnet aus dem Gegenstandswert über die gesetzliche Tabelle, der Satz aus dem Vergütungsverzeichnis multipliziert den Tabellenbetrag. Ausgeschrieben value-based fee. Im Zweifel entscheidet, ob der Streitwert oder die Mühe die Höhe treibt.

value fee
die knappe Fachfassung; Bemessung aus dem Gegenstandswert, dem object value, über die Tabelle des § 13.
value-based fee
die ausgeschriebene Variante; betont die Bemessungsgrundlage und beugt der Verwechslung mit einer Erfolgskomponente vor.
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Warum

Wertgebühren sind das Rückgrat des RVG: § 13 knüpft die Gebührenhöhe an den Gegenstandswert und liefert die Tabelle, aus der sich je Wertstufe der einfache Gebührenbetrag ergibt; der Tatbestandssatz, etwa 1,3 für das Verfahren, multipliziert diesen Betrag. Der Aufwand des Anwalts spielt für die Höhe zunächst keine Rolle, hohe Werte tragen kurze Schriftsätze und umgekehrt. Dem englischen Stundenmodell ist diese Logik fremd; value fee braucht deshalb den Hinweis auf object value und Tabelle, sonst liest der Empfänger eine Erfolgsbeteiligung.

Typische Fehler

value fee ist keine Erfolgsbeteiligung: Der Wert bemisst, der Ausgang ändert die Gebühr nicht; contingency fee wäre grob falsch und beim Erfolgshonorar ohnehin eng reguliert.

ad valorem fee klingt nach Zoll und Steuer; im Kostenrecht ungebräuchlich.

Gegenstandswert heißt object value, im Prozess Streitwert; wer beide mit value in question mischt, verliert die Wertfestsetzung aus dem Blick.

Die Prozesskostenhilfe rechnet nach der gekappten Tabelle des § 49; wer die Regeltabelle ansetzt, rechnet im Bewilligungsfall falsch.

Beispiele
die Gebühr aus dem Wert berechnen to calculate the fee from the value
eine 1,3-Gebühr aus 500.000 Euro a 1.3 fee based on a value of 500,000 euros
die Gebührentabelle des § 13 the fee table under section 13
Wertstufen der Tabelle value brackets of the table
unabhängig vom Ausgang des Verfahrens irrespective of the outcome of the proceedings
Worauf es ankommt

Aus einem Gegenstandswert von zwei Millionen wird über die Tabelle eine fünfstellige Verfahrensgebühr, und der Mandant in Boston sieht drei Seiten Klageerwiderung daneben. value fee ohne Tabellenlogik liest sich wie ein Prozentanteil am Streitwert. Für das Onboarding nachrangig; in der Mandatsbestätigung verhindert die Systemerklärung den Honorarstreit.

Was die Maschine übersieht

Wertgebühr hängt am Gegenstandswert, und genau diese Kette reißt die Maschine: value fee wird zu einem Anteil am Erstrittenen umgedeutet oder gleich als success fee ausgegeben. Aus der neutralen Bemessungsgröße wird ein Erfolgsversprechen, das deutsches Berufsrecht so gar nicht erlaubt. Der Mandant erwartet Beteiligungslogik statt Tabelle.

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.