Aufenthaltserlaubnis
residence permit für die Aufenthaltserlaubnis, präzise temporary residence permit: der befristete, zweckgebundene Aufenthaltstitel, verlängerbar, solange der Zweck besteht. Die unbefristete Niederlassungserlaubnis ist ein anderer Titel, das Visum nur die Einreise. Im Zweifel entscheidet, ob Befristung und Zweckbindung mitübersetzt sind.
Die Aufenthaltserlaubnis ist der befristete Aufenthaltstitel: erteilt für einen konkreten Zweck, Arbeit, Studium, Familiennachzug, Schutz, verlängerbar, solange der Zweck trägt. Sie steht zwischen dem Visum, das die Einreise erlaubt, und der unbefristeten Niederlassungserlaubnis, in die sie nach Vorbesitzzeiten übergehen kann. Ob und wie weit gearbeitet werden darf, steht seit 2005 im Titel selbst. Der englische residence permit trifft das Wort, nicht die Zweckbindung; unterschlagen wirkt der Titel wie eine allgemeine Wohnerlaubnis, die ein Jobwechsel kippen kann.
permanent residence gehört zur Niederlassungserlaubnis; wer die befristete Erlaubnis so nennt, verspricht einen Status, den der Titel nicht trägt.
green card ist US-Recht und beschreibt dort die dauerhafte Einwanderung; als Vergleichsbild für deutsche Titel führt es in die Irre.
Die Zweckbindung reist nicht im Wort mit: Ein Titel zur Beschäftigung deckt kein Studium, work-and-study-Freiheit gibt es nicht ohne Änderung.
residence card ist der Titel für Familienangehörige von Unionsbürgern; wer beide Papiere gleich benennt, mischt Freizügigkeits- und Ausländerrecht.
Verlängert werden muss der Titel im Oktober, und die HR-Kollegin in Boston fragt, ob das Papier nach fünf Jahren automatisch dauerhaft wird. Automatik gibt es nicht, es braucht Antrag, Vorbesitzzeiten und Nachweise; wer das Datum verpasst, verliert nicht nur den Aufenthalt, sondern die Erwerbstätigkeit gleich mit.
Aufenthaltserlaubnis wird maschinell zu residence permit, formal richtig, doch der befristete, zweckgebundene Titel klingt im Zieltext wie eine allgemeine Wohnerlaubnis. Verlängerungspflicht, Zweckbindung und die Kopplung an die Erwerbstätigkeit verschwinden im glatten Wort. Die HR-Kollegin plant Personaleinsätze über Zeiträume, die der Titel gar nicht abdeckt.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.