Leistungsklage

action for performance
Substantiv · Juristisch

action for performance für die Leistungsklage, die Grundform: Zahlung, Herausgabe, Handeln oder Unterlassen werden tituliert; beim Geldanspruch action for payment. Vorsicht Zielsystem: specific performance ist dort die seltene Equity-Ausnahme, in Deutschland ist Erfüllung der Regelanspruch. Im Zweifel entscheidet, welches Rechtsbehelfssystem der Satz voraussetzt.

action for performance
die Fassung der Klagearten-Systematik; der Kläger verlangt ein Tun, Dulden oder Unterlassen samt Vollstreckungstitel.
action for payment
die häufigste Erscheinungsform beim Geldanspruch; im Zieltext oft klarer als die abstrakte Kategorie.
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Warum

Die Leistungsklage ist der Normalfall des Zivilprozesses: Der Kläger verlangt Verurteilung zu einer Leistung, von Zahlung über Herausgabe bis Unterlassen, und das Urteil trägt die Vollstreckung. Systemisch liegt hier der tiefste Graben zum Common Law: Dort war der Anspruch historisch auf damages beschränkt, specific performance blieb Equity-Ausnahme, versagt, wenn Geld genügt, für persönliche Dienste fast nie. Das deutsche Recht denkt umgekehrt, Erfüllung ist der primäre Anspruch, Schadensersatz die Folgeebene. Wer action for specific performance als Standardfassung wählt, importiert die Ausnahmedogmatik in den Regelfall.

Typische Fehler

specific performance ist die Equity-Ausnahme des Zielsystems; als Etikett der deutschen Grundform verkehrt es Regel und Ausnahme.

lawsuit for services klingt nach Dienstleistungsstreit; die Kategorie umfasst jede Leistung, auch das Unterlassen.

Der unbezifferte Antrag ist nur in gesetzlichen Ausnahmen zulässig, etwa Schmerzensgeld oder Stufenklage; wer claim for damages to be determined als Normalfall übersetzt, kollidiert mit dem Bestimmtheitsgebot.

Klage auf künftige Leistung geht nur unter den engen Voraussetzungen der §§ 257 folgende; future performance als freie Option gelesen wäre falsch.

Beispiele
auf Leistung klagen to sue for performance
Klage auf Zahlung erheben to bring an action for payment
zur Herausgabe verurteilen to order the surrender of the object
Erfüllung statt Schadensersatz verlangen to demand performance instead of damages
der Titel trägt die Vollstreckung the judgment supports enforcement
Worauf es ankommt

Geliefert wurde nie, gezahlt schon, und der Mandant in Denver will die Anlage selbst, nicht ihren Geldwert. Steht specific performance is rarely granted im übersetzten Gutachten, begräbt er den Erfüllungsanspruch, den deutsches Recht ihm ohne Weiteres gibt. Für die Vergleichsverhandlung nachrangig; in der Anspruchswahl entscheidet die Systemumkehr über das Klageziel.

Was die Maschine übersieht

Leistungsklage stolpert in der Maschine fast zwangsläufig in die specific performance, weil das Zielsystem für den Erfüllungszwang nur dieses Ausnahmewort kennt. Damit wandert die deutsche Regel ins Equity-Korsett, samt Versagensgründen, die hier niemand prüft. Der Mandant hält seinen stärksten Anspruch für einen Gnadenakt und verhandelt ihn weg.

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.