Sozialhilfe
social assistance für die Sozialhilfe nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch, im Systemvergleich basic welfare assistance: das Netz für nicht Erwerbsfähige, mit Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung; zuständig ist das Sozialamt, nicht das Jobcenter. Im Zweifel entscheidet, ob Erwerbsfähigkeit vorliegt.
Die Sozialhilfe nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch ist das unterste Netz für Menschen, die nicht erwerbsfähig sind und deshalb nicht in die Grundsicherung für Arbeitsuchende fallen: Hilfe zum Lebensunterhalt für vorübergehend Erwerbsgeminderte, Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung, dazu Hilfen zur Gesundheit und zur Pflege. Zuständig sind die Sozialämter, nicht die Jobcenter. Der Regelbedarf entspricht dem der Grundsicherung, die Systeme unterscheiden sich aber in Zuständigkeit, Mitwirkungspflichten und Sanktionen. Wer Hartz IV als Übersetzungsanker nimmt, landet in beiden Systemen falsch.
Sozialhilfe und Grundsicherung für Arbeitsuchende sind getrennte Systeme; die Erwerbsfähigkeit entscheidet, welches greift.
Hartz IV ist doppelt veraltet und bezeichnete ohnehin nie die Sozialhilfe; als Anker führt es in beiden Systemen in die Irre.
welfare trägt im US-Sprachgebrauch abwertende Beiklänge; im Behördentext ist social assistance neutraler.
Die Grundsicherung im Alter ist Teil der Sozialhilfe, nicht der Rente; wer sie dort einordnet, sucht beim falschen Träger.
Verwiesen wurde die Antragstellerin vom Jobcenter ans Sozialamt, was sie für eine Abschiebung von Zuständigkeit hält. Sie ist dauerhaft voll erwerbsgemindert, und damit endet die Zuständigkeit der Grundsicherung für Arbeitsuchende; das Sozialamt zahlt, mit anderen Pflichten und ohne Vermittlungsdruck.
Sozialhilfe zieht die Maschine mit dem System für Arbeitsuchende in einen Topf oder greift zum veralteten Hartz-IV-Bild. Damit verschwindet die Trennlinie, die alles bestimmt: Wer arbeiten kann, gehört in das eine System, wer dauerhaft nicht mehr kann, in das andere. Gestellt wird der Antrag beim falschen Träger, und Monate gehen verloren.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.