Vorsatz

intent
Substantiv · Juristisch

intent nach der amtlichen Fassung des Strafgesetzbuchs für das Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung. Der bedingte Vorsatz lässt sich nicht mit recklessness gleichsetzen. Im Zweifel entscheidet, ob der Täter den Erfolg billigend in Kauf genommen hat.

Wann welche Übersetzung
intent – das Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung, ohne das nach Paragraph 15 des Strafgesetzbuchs nur bei ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung gestraft wird.
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Warum

Das deutsche Strafrecht kennt nur zwei Schuldformen: Vorsatz und Fahrlässigkeit. Die amtliche englische Fassung gibt sie mit intent und negligence wieder. Das englische Recht schiebt dazwischen eine dritte Kategorie ein, recklessness, für die es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt. Der bedingte Vorsatz verlangt neben dem Erkennen der Möglichkeit auch ein Willenselement, nämlich das billigende Inkaufnehmen; recklessness ist dagegen rein kognitiv bestimmt und überschneidet sich teils mit der bewussten Fahrlässigkeit. Beide Begriffe decken sich deshalb nicht.

Typische Fehler

Recklessness ist keine Entsprechung des bedingten Vorsatzes, sie liegt zwischen bewusster Fahrlässigkeit und bedingtem Vorsatz.

Der bedingte Vorsatz verlangt ein Willenselement, das dem englischen Recht in dieser Form fremd ist, conditional intent mit erläuterndem Zusatz ist die sicherere Wiedergabe.

Wilfully trifft den Vorsatzbegriff des Paragraphen 15 nicht, die amtliche Fassung spricht von intentional conduct.

Absicht ist nur die stärkste Vorsatzform, nicht der Vorsatz insgesamt, im Englischen etwa purpose oder direct intent.

Beispiele
mit Vorsatz handeln to act intentionally
bedingter Vorsatz conditional intent
Vorsatz und Fahrlässigkeit intent and negligence
Tatbestandsirrtum mistake of fact
billigend in Kauf nehmen to accept the result approvingly
Worauf es ankommt

Übersetzt jemand eine Anklageschrift für einen englischsprachigen Verteidiger, entscheidet die Schuldform über die Verteidigungslinie. Steht recklessness, bereitet der Anwalt sich auf eine Kategorie vor, die es hier nicht gibt. Für eine Sachverhaltsschilderung nachrangig; im Anklagesatz trägt die Schuldform den gesamten Vorwurf.

Was die Maschine übersieht

Vorsatz trifft eine Maschine meist mit intent, greift aber in erzählenden Passagen gern zu recklessness oder wilfully. Da das deutsche Recht keine Zwischenkategorie kennt, entsteht damit eine Schuldform, die es im Verfahren nicht gibt. Wo der Paragraph zitiert wird, klärt es sich; in einer freien Sachverhaltsdarstellung verschiebt es den Vorwurf.

Ähnliche Begriffe

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.