Bewährung
suspension of sentence on probation nach der amtlichen Fassung des Strafgesetzbuchs, für die Strafe selbst suspended sentence. Bloßes probation meint im amerikanischen Recht eine eigenständige Sanktion. Im Zweifel entscheidet, ob eine ausgesetzte Freiheitsstrafe oder eine selbständige Auflage gemeint ist.
Bei der Strafaussetzung zur Bewährung verhängt das Gericht eine Freiheitsstrafe, setzt ihre Vollstreckung aber zur Bewährung aus; die Strafe bleibt bestehen und wird nur bei Widerruf vollstreckt. Amtlich heißt das suspension of sentence on probation, die Bewährungszeit probation period. Bloßes probation führt in die Irre, weil es im amerikanischen Recht eine eigenständige Sanktion unter Aufsicht bezeichnet und nicht die ausgesetzte Vollstreckung einer bereits verhängten Strafe. Im britischen Recht trifft suspended sentence die deutsche Konstruktion am besten.
Probation allein bezeichnet im amerikanischen Recht eine eigenständige Sanktion, die deutsche Bewährung setzt dagegen eine bereits verhängte Freiheitsstrafe aus.
Als Bestandteil ist probation richtig, probation period für die Bewährungszeit und probation officer für den Bewährungshelfer.
Parole ist die vorzeitige Entlassung aus dem Vollzug, nicht die Aussetzung zur Bewährung von Anfang an.
Der Widerruf der Bewährung ist revocation of the suspension, nicht cancellation of probation.
Verurteilt ein Gericht zu einem Jahr auf Bewährung und der Verurteilte muss das gegenüber einer ausländischen Behörde belegen, hängt viel an der Fassung. Steht nur probation, liest ein amerikanischer Sachbearbeiter eine eigene Sanktion statt einer ausgesetzten Freiheitsstrafe. In einem Führungszeugnis oder Urteil zählt der Unterschied.
Bewährung übersetzt eine Maschine fast immer mit probation, dem nächstliegenden Wort, das im amerikanischen Recht jedoch eine eigenständige Sanktion bezeichnet. Dass eine Freiheitsstrafe verhängt und nur ausgesetzt wurde, fällt weg. Wo die Strafhöhe danebensteht, erschließt es sich; in einem Auszug ohne Zusammenhang wirkt die Verurteilung milder als sie ist.
Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.