Organentnahme

organ retrieval
Substantiv · Medizinisch

organ retrieval für die Organentnahme britisch, organ procurement amerikanisch und dort auch im Namen der zuständigen Stellen, organ removal als neutrale Beschreibung. Harvest ist überholt. Im Zweifel entscheidet, für welchen Sprachraum der Text bestimmt ist.

organ retrieval
die Entnahme der Organe, die im britischen Sprachraum übliche Fassung.
organ procurement
die amerikanische Fassung, dort auch im Namen der zuständigen Stellen.
organ removal
die neutrale Beschreibung, die den Vorgang ohne Systembezug benennt.
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Warum

Die Organentnahme ist der Eingriff, mit dem die Organe nach festgestelltem Hirntod entnommen werden; sie setzt die Zustimmung voraus. Britisch heißt sie organ retrieval, amerikanisch organ procurement, und dort tragen auch die zuständigen Stellen diesen Begriff im Namen. Organ harvesting war früher verbreitet, gilt heute aber als unangemessen, weil es die Spende in die Nähe einer Ernte rückt.

Typische Fehler

Organ harvesting gilt heute als unangemessen; retrieval oder procurement sind die sachlichen Fassungen.

Procurement ist amerikanisch und steht dort auch in Einrichtungsnamen; britisch heißt es retrieval.

Die Entnahme setzt die festgestellte Zustimmung voraus; ohne sie ist sie unzulässig.

Explantation ist im deutschen Fachjargon üblich; im Englischen ist der Ausdruck seltener als retrieval.

Beispiele
die Organentnahme vorbereiten to prepare the organ retrieval
nach festgestelltem Hirntod after brain death has been determined
das Entnahmekrankenhaus the retrieval hospital
die Organe werden vermittelt the organs are allocated
Zustimmung zur Entnahme consent to retrieval
Worauf es ankommt

Nach der Feststellung des Hirntods beginnt die Vorbereitung, und das Protokoll für die aufnehmende Klinik spricht von organ harvesting. Gelesen wird ein Ausdruck, den britische Häuser seit Jahren meiden; organ retrieval ist die sachliche Fassung.

Was die Maschine übersieht

Organentnahme wählt die Maschine oft als organ harvesting, weil dieser Ausdruck in älteren Texten häufig vorkommt. Er gilt im Englischen inzwischen als unangemessen, und ein Protokoll, das ihn führt, wirkt gegenüber Angehörigen und Fachleuten gleichermaßen taktlos.