Verschwiegenheitspflicht

duty of confidentiality
Substantiv · Juristisch

duty of confidentiality für die berufsrechtliche Pflicht des Anwalts, über alles Anvertraute zu schweigen. Sie ist nicht dasselbe wie das legal professional privilege, das im Common Law dem Mandanten zusteht. Im Zweifel entscheidet, ob die Pflicht des Anwalts oder das Recht des Mandanten gemeint ist.

duty of confidentiality
die berufsrechtliche Pflicht des Rechtsanwalts, über alles Stillschweigen zu bewahren, was ihm in Ausübung seines Berufs bekannt geworden ist.
legal professional privilege
das damit verbundene, aber eigenständige prozessuale Schutzrecht gegenüber staatlichen Stellen.
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Warum

Das deutsche Recht kennt zwei Ebenen, die im Englischen unter privilege verschwimmen: die Schweigepflicht als Berufspflicht des Anwalts, deren Verletzung berufsrechtlich und strafrechtlich geahndet wird, und die prozessualen Rechte, die dem Anwalt das Zeugnis und der Behörde die Beschlagnahme verwehren. Die Pflicht besteht unabhängig vom Verfahren und dauert über das Mandatsende hinaus fort; entbinden kann nur der Mandant. Privilege ist im Common Law das Recht des Mandanten, nicht des Anwalts.

Typische Fehler

Die Schweigepflicht ist eine Berufspflicht des Anwalts, das Privileg im Common Law ein Recht des Mandanten.

Sie besteht unabhängig von einem Verfahren und dauert über das Mandatsende hinaus fort.

Entbinden kann nur der Mandant, nicht die Kammer und nicht das Gericht.

Zeugnisverweigerungsrecht und Beschlagnahmeschutz sind eigene prozessuale Institute.

Beispiele
der Verschwiegenheit unterliegen to be bound by the duty of confidentiality
Entbindung von der Schweigepflicht release from the duty of confidentiality
Zeugnisverweigerungsrecht right to refuse to give evidence
Beschlagnahmeverbot prohibition of seizure
Mandatsgeheimnis client secrecy
Worauf es ankommt

Fordert eine Behörde Unterlagen aus einer Kanzlei an, greifen Pflicht und Schutzrechte ineinander. Steht nur privilege, sucht ein englischsprachiger Berater ein Recht des Mandanten und übersieht die eigenständige Berufspflicht. Für eine Mandatsvereinbarung nachrangig; bei einer Durchsuchung entscheidet die Unterscheidung über die Reaktion.

Was die Maschine übersieht

Für die Verschwiegenheitspflicht liefert eine Maschine confidentiality obligation oder greift zu privilege. Die zweite Fassung vertauscht die Zuordnung, weil das Privileg im Common Law dem Mandanten zusteht und nicht dem Anwalt. Wo die Entbindung erwähnt ist, klärt es sich; in einer Mandatsvereinbarung wandert das Recht zur falschen Seite.

Der Begriffsraum erklärt Sprache, nicht den Einzelfall. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlich verbindlichen Dokumenten sollte die Übersetzung fachkundig geprüft werden.